LCOY Deutschland 2019

Im letzten Jahr haben wir Anfang Oktober die erste junge Klimakonferenz veranstaltet. Drei Tage lang haben sich über 500 Teilnehmende aus ganz Deutschland in der Internationalen Gesamtschule Heidelberg (IGH) zusammengefunden, viele interessante Vorträge genossen, an spannenden Seminaren teilgenommen und die einmalige Möglichkeit gehabt, sich mit jungen, motivierten Menschen aus ganz Deutschland zu vernetzen.

Vielfältiges Programm 

Dies war bereits die größte LCOY weltweit. Es gab insgesamt über 180 Programmpunkte zu einem breiten Themenfeld: Von Vorträgen über die möglichen Schattenseiten der E-Mobilität über Workshops zum Thema globaler Wasserverbrauch bis hin zu Diskussionsrunden über internationale Klimapolitik war für alle etwas Interessantes und Lehrreiches dabei. Mit unterschiedlichen Herangehensweisen und vielfältigen Formaten wurde der Frage begegnet, wie wir durch unser persönliches Zutun das 1.5°C-Ziel einhalten können.

An den Abenden gab es jeweils besondere Programmpunkte mit allen Teilnehmenden in der großen Aula der Schule. Dabei wurde am Freitag dem Thema ‘Sustainable Development Goals’, welches von den UN-Jugenddelegierten für Nachhaltige Entwicklung Rebecca Freitag und Felix Kaminski vorgestellt wurde, besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Am Samstag diskutierten prominente Expert*innen aus Politik und Wissenschaft darüber, wie die Ernährung der Zukunft aussehen kann und soll.

Spaß und Unterhaltung

Neben so viel inhaltlichem Input und spannendem Austausch ist auch der Spaß auf der LCOY nicht zu kurz gekommen. Somit trugen die Teilnehmenden bei PowerPoint Karaoke witzige Präsentationen vor. Bei Werwolf und anderen Gesellschaftsspielen lernte man sich besser kennen. Und der Swing-Tanzkurs animierte dazu, mal wieder das Tanzbein zu schwingen.

Unsere Ziele und Kernforderungen

Unser Ziel ist es, gemeinsam zu lernen, Erfahrungen und Wissen auszutauschen und uns zu vernetzen. Dies geschah im Rahmen von vielfältigen Programmbeiträgen wie Diskussionsrunden, Vorträgen und sogar Rollenspielen. 

Es konnten konkrete politische Forderungen, aber auch persönliche Wünsche formuliert und diskutiert werden. Zu den auf der LCOY entwickelten Kernforderungen an die Politik gehört zum Beispiel das Recht auf Klima-Asyl und die Einführung eines wissenschaftlich fundierten CO2-Preises mit Klima-Dividende. Auch die staatliche Förderung von nachhaltigem Konsumverhalten und die Subventionierung von Bio- und Fairtrade-Produkten fand viel Zuspruch. Zum Schluss wurden alle Ergebnisse festgehalten und anschließend veranstalteten die Organisator*innen gemeinsam mit Teilnehmenden in 11 unterschiedlichen Städten Aktionstage unter dem Motto „Klima geht lokal!“. Dabei wurden unsere Gedanken an viele weitere Menschen weitergegeben.

Das ganze Wochenende haben wir zu sehr verschiedenen Themen diskutiert, die rund um den Klimawandel große Bedeutung haben. Moderiert wurden die Runden von Mitgliedern des Organisationsteams, mitdiskutiert haben jeweils bis zu 40 Teilnehmende. Am Ende wurden gemeinsam zu allen Themenbereichen Forderungen und Statements formuliert (oft aus mehreren Runden), über die anschließend alle Teilnehmenden der LCOY Deutschland 2019 abstimmen konnten. Die Zustimmungszahlen sind jeweils angegeben (zuerst "volle Zustimmung"="Ja" und dann "Eher ja"="Teilweise")

Kernforderungen

  1. Interationale Klimapolitik muss Verbindlich sein. Sanktionsmechanismen bei Nicht-Einhaltung der nationalen Klimaziele, außerdem eine Kontrollinstanz die neutral überprüft, inwiefern die Ländern wirklich versuchen, die NDCs zu erreichen und ob diese der Wahrheit entsprechen. (77 % + 20 %)
  2. Umfassende Bepreisung von negativen Umwelteinflüssen, Einführung eines wissenschaftlich fundierten CO2 Preises mit Klima-Dividende (86 % + 12 %)
  3. Angesichts klimabedingt verstärkt auftretender Migration soll es ein Recht auf Klima-Asyl geben – Länder des globalen Nordens müssen ihrer historischen Verantwortung gerecht werden! (83 % + 14 %)
  4. Sämtliche klimaschädlichen Subventionen und Steuerprivilegien müssen abgeschafft und mindestens in selber Höhe in den öffentlichen Personenverkehr und Ausbau erneuerbarer Energien investiert werden (79 % + 17 %)
  5. Die zur Verfügung gestellte Fläche für Autos in den Städten (Fahrbahn(breite), Parkplätze, …) soll erheblich verringert und der dadurch frei gewordene Platz für Fahrradinfrastruktur und Stadtbegrünung zur Verfügung gestellt werden, mit dem langfristigen Ziel eine autofreie Stadt zu ermöglichen (85 % + 11 %)
  6. Druck auf die Politik erhöhen und Klimaklage gegen höhere Instanzen und Verursacher richten (juristische Eskalation) (70 % + 20 %)
  7. Mit Förder- und Steuerpolitik der Industrienationen eine nachhaltigere Ernährung fördern und begünstigen und Verschwendung sanktionieren. (86 % + 14 %)
  8. Der Staat muss nachhaltiges Konsumverhalten zum vorteilhaften und langfristigen normalen Verhalten machen z. B. durch Besteuerung, Bildungsprogramme, (finanzielle) Förderung, Subventionsabbau, gesetzliche Vorgaben und Einschränkungen von Werbung (95 % + 5 %)
  9. Finanztranzaktionssteuer einführen und Klimaschäden, die durch Produkte entstehen, über den Preis abdecken. Klimaschädlich hergestellte Produkte müssen teurer werden, bio und fair trade subventioniert!
    (77 % + 16 %)
  10. Bei konkreten Digitalisierungsmaßnahmen muss eine gesamtgesellschaftliche Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt werden, bei der auch Rebound-Effekte mit einbezogen werden. (86 %)
  11. Bildung für Nachhaltigkeit muss in Schule, Uni und Beruf verpflichtend integriert werden, als eigenes Fach. (70% + 28 %)
  • Menschheitsschutz
  • Liebe des Menschen
  • Ich will eine Zukunft für folgende Generationen
  • Zu sehen, wie es anderen Menschen auf der Welt immer schlechter geht, weil wir unseren übertriebenen Lebensstandard in den westlichen Ländern praktizieren - aus Respekt gegenüber kommenden Generationen
  • Dabei Menschen zu treffen, die ähnliche Lebensweisen, Ansichten und Ziele haben!
  • Da ich mich für ein soziales Wesen halte ergibt es nur Sinn, mich so zu verhalten, dass alle anderen sich genauso verhalten könnten und es für alle reicht. Ich sehe es als meine persönliche Verantwortung an, nicht mehr Ressourcen zu verbrauchen als wirklich notwendig sind und daran sogar Spaß zu haben und somit andere Menschen mitzureißen.
  • Ich kann nicht mit dem Gedanken leben, dass andere Menschen unter den Auswirkungen unserer Lebensweise leiden und sterben
  • Gewissheit, dass alles mit allem zusammenhängt und verbunden ist!
  • Ich will, dass auch meine Kinder und nachfolgenden Generationen noch hier leben können!
  • Sich nicht zu engagieren ist auch keine Lösung sondern Resignation!
  • Zukunftsangst, schlechtes Gewissen, die nächste Generation, Erhalt des Lebensraums Erde
  • Weil die Erde ziemlich nice ist.
  • Der Gedanke einmal Kinder in diese Welt zu setzen
  • Meine eigene Zukunft und die Zukunft der Tiere
  • Eine lebenswerte Zukunft für mich und andere zu gestalten!
  • Die Aussicht darauf, dass es der Erde und allen Menschen irgendwann gut gehen wird und dass man dabei viele so super nette Menschen kennenlernt.