LCOY online 2020

Der Abschlussbericht der LCOY online 2020 ist online. Darin enthalten sind Statements von Clemens Fuest (Präsident des ifo-Instituts), Prof. Claudia Kemfert (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung), Carla Reemtsma (FFF-Sprecherin) und Bundesumweltministerin Svenja Schulze sowie Ideen, Anregungen und Visionen von Teilnehmenden aus ganz Deutschland. Hier findet ihr den Link zum Download, unten auf der Seite könnt ihr ihn auch direkt lesen.

„Ungezügeltes Wirtschaftswachstum zu Lasten des Klimas ist nicht zukunftsfähig. An der Dekarbonisierung der Wirtschaft führt kein Weg vorbei. Und trotzdem sind Ökonomie und Ökologie keine Gegensätze, im Gegenteil: Sie bedingen einander und der Erfolg des einen ist vom anderen abhängig. Denn der Klimawandel ist auch für die Wirtschaft eine Bedrohung und verursacht horrende ökonomische Schäden. Auf der anderen Seite bietet er aber auch Chancen für eine Volkswirtschaft, nämlich dann, wenn sie sich in Richtung nachhaltiges, umwelt- und klimaschonendes Wirtschaften bewegt.”
Prof. Dr. Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Leuphana Universität Lüneburg

Podiumsdiskussion "Welche Wirtschaft braucht das Klima?"

Globale Bewegungen, Proteste, ungebrochen trotz Corona. Dennoch kaum Bewegung in Politik und Wirtschaft, keine echten Lösungen, keine Entscheidungen. Wir beleuchten aus 4 Richtungen die zentrale Frage unsere Zeit, wie Wirtschaft und Klima vereinbar sind. Von “There Is No Planet B” und alternativen Wirtschaftstheorien über internationale Abkommen wie das von Paris und den Green Deal bis zur Frage: “Was kann ich persönlich tun?” – ein Rundumschlag in nur 100 Minuten, Zeit für Fragen inklusive.

Es diskutieren:

  • Dr. Niklas Niemann: Leitung VW Consulting Practice Group Sustainability, Decarbonization & Resilience
  • Rasmus Andresen: Mitglied des europäischen Parlaments, Bündnis 90/Die Grünen
  • Christine Ax: Ökonomin, Philosophin und Autorin
  • Dr. Kora Kristof: Leiterin der Abteilung Nachhaltigkeitsstrategien, Ressourcenschonung und Instrumente des Umweltbundesamtes

Moderiert wird die Podiumsdiskussion von Johannes Büchs (Journalist und Fernsehmoderator, bekannt aus "neuneinhalb” und der "Sendung mit der Maus”).

Aufzeichnung des Livestreams der LCOY online

PROGRAMM der Aufzeichnung am 14.11.2020:

  • 0:30:46 Eröffnung der LCOY online
  • 0:44:08 Kann Deutschland Klimaneutral?
  • 2:00:45 Four Musicians. Five Songs. Mu6. – Teil 1
  • 2:09:15 Moderation
  • 2:13:58 BNE – durch Bildung aus der Krise?
  • 3:01:44 Four Musicians. Five Songs. Mu6. – Teil 2
  • 3:09:42 Moderation
  • 3:17:44 Sind Autos noch zeitgemäß?
  • Podiumsdiskussion Welche Wirtschaft braucht das Klima?(siehe Block unten drunter)
  • 5:26:21 Four Musicians. Five Songs. Mu6. – Teil 3
  • 5:35:05 Abmoderation

Mehr Infos zu den einzelnen Programmpunkten hier.

Grußbotschaft Svenja Schulze

 


 

Welche Wirtschaft braucht das Klima?

LCOY Online - 14. November 2020

Überblick

Am 14. November 2020 fand die jährliche LCOY Deutschland zum zweiten Mal statt – in diesem Jahr online. In Diskussionsrunden und Workshops beschäftigten sich…

…über 220 junge Menschen und Vertretern*innen aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft mit der Frage: “Welche Wirtschaft braucht das Klima?“.

Die Teilnehmenden äußerten allgemeine Kritik an der fehlenden nationalen und internationalen Unterstützung ihrer Anliegen. Wie sich zeigte, sprechen sich die jungen Menschen für eine sozialverträgliche Verbesserung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aus, die klimafreundliches Wirtschaften und Leben fördern soll. Es wurde mehr Entschiedenheit bei der Verkehrswende, Sektorenkopplung und eine höhere CO2-Bepreisung gefordert. Auch spezifische Vorhaben wie der Ausbau des öffentlichen Schienenverkehrs sollten politisch und wirtschaftlich stärker verfolgt werden.??

Zusätzlich zu regulatorischen Forderungen appellieren die jungen Menschen an die Wahrnehmung individueller und gesellschaftlicher Verantwortung. Anstelle von Wachstumsparadigmen, Überflusskonsum und “Wegwerf-Mentalität” sollten Konzepte wie klimagerechte Suffizienz und Kreislaufwirtschaft gefördert werden. Wie auch bei anderen Themen des Klimaschutzes nimmt die öffentliche Bildung hier nach Ansicht der Teilnehmenden eine wichtige Rolle ein.

Was ist eine LCOY?

Die deutsche Local Conference of Youth (LCOY) fand am 14. November zum zweiten Mal statt und ist 2020 eine von 21 LCOYs weltweit. …

LCOYs sind nationale Ableger der Conference of Youth (COY), die stets vor den weltweiten UN-Klimaverhandlungen stattfindet (COP).

Die LCOY Deutschland ist eine jährliche Konferenz für junge Menschen. Ihr Ziel ist es, den Teilnehmenden eine Plattform für gemeinsames Lernen und Erleben sowie Meinungsaustausch und Vernetzung zu bieten. Die Konferenz ist politisch neutral, erkennt die Klimakrise jedoch als zentrale Herausforderung unserer Generation an. Folglich bildet die LCOY eine wichtige Schnittstelle zwischen jungen Menschen und Interessensvertreter*innen aus Politik und Wirtschaft.

Statements

In der Debatte um Klima und Wirtschaft werden verschiedene Standpunkte vertreten:

„Umweltschutz, als eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, benötigt ein Wirtschaftssystem, das die Stärken von Marktwirtschaft und staatlicher Regulierung intelligent kombiniert. CO2-Emissionen müssen dazu auf staatlicher bzw. europäischer Ebene so begrenzt werden, dass die Klimaziele erreicht werden. Zur marktwirtschaftlichen Verteilung dieses Emissionskontingents dient ein Emissionshandelsystem, in dem Verursacher aller Sektoren Emissionszertifikate erwerben müssen. So wird dort CO2 eingespart, wo dies am günstigsten ist. Dies regt darüber hinaus eine unternehmerische Entwicklung umweltfreundlicher Technologien an. Der Staat sollte sich sodann auf die Entwicklung von Infrastrukturen und kluger, innovationsfördernder Regulierung, sowie auf die Besteuerung umweltschädlichen Verhaltens fokussieren. So werden die Ziele Wohlstand und Klimaschutz vereinbart statt gegeneinander ausgespielt.“

Prof. Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates beim Bundesministerium der Finanzen, Ludwig-Maximilians-Universität

„Ungezügeltes Wirtschaftswachstum zu Lasten des Klimas ist nicht zukunftsfähig. An der Dekarbonisierung der Wirtschaft führt kein Weg vorbei. Und trotzdem sind Ökonomie und Ökologie keine Gegensätze, im Gegenteil: Sie bedingen einander und der Erfolg des einen ist vom anderen abhängig. Denn der Klimawandel ist auch für die Wirtschaft eine Bedrohung und verursacht horrende ökonomische Schäden. Auf der anderen Seite bietet er aber auch Chancen für eine Volkswirtschaft, nämlich dann, wenn sie sich in Richtung nachhaltiges, umwelt- und klimaschonendes Wirtschaften bewegt.”

Prof. Dr. Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Leuphana Universität Lüneburg

„Um die dramatischen Folgen der Klimakrise einzudämmen und die menschlichen Lebensgrundlagen auf einem intakten Planeten zu schützen, brauchen wir eine Wirtschaft, die innerhalb der planetaren Grenzen agiert. Die derzeitige Wirtschaft basiert allerdings auf der Ausbeutung unserer Ressourcen und einem exponentiellen Wachstum, was mit diesen Grenzen nicht vereinbar ist und damit die Klimakrise immer weiter befeuert.“

Carla Reemtsma, Sprecherin für Fridays for Future

...aber wie sehen das die jungen Menschen auf der LCOY?

Bericht der LCOY online 2020

Am Samstag, den 14. November, fand die LCOY online 2020 statt. Die zweite junge Klimakonferenz Deutschland wurde aufgrund der Corona Pandemie ausschließlich digital abgehalten und war der Leitfrage “Welche Wirtschaft braucht das Klima?”…

…gewidmet. Mittags begann auf YouTube der große Livestream mit zahlreichen Diskussionsrunden, die von kreativen Beiträgen untermalt wurden. Parallel dazu wurden auf der Plattform Discord 18 Workshops zu den vier Oberthemen Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft angeboten. Im Rahmen von Vorträgen, Diskussionsrunden oder Kreativworkshops traten Vortragende und Teilnehmende in Austausch. Über 220 junge Menschen zwischen 13 und 30 Jahren (Median: 21 Jahre) aus 15 Bundesländern und dem Ausland meldeten sich für diese Programmpunkte an. So trafen auf der Konferenz Stimmen und Perspektiven aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen.??

Im parallel laufenden Livestream fanden nach einem Grußwort der Bundesumweltministerin Svenja Schulze (siehe Anhang) mehrere Diskussionsrunden mit ausgewählten Gästen statt. So durften wir unter anderem die Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag Amira Mohamed Ali und den Abgeordneten des Europaparlaments Michael Bloss willkommenheißen. Fragen und Beiträge von Zuschauenden und Teilnehmenden konnten über den Live-Chat geteilt und in die Debatte eingebracht werden. Auch hier wurden die vier Oberthemen der Konferenz in den Blick genommen und Standpunkte hinsichtlich zentraler Grundfragen der gesamtgesellschaftlichen Klimadebatte ausgetauscht. ??

Es diskutierten Vertretern*innen des Europaparlaments und des Bundesumweltministeriums über Deutschlands Aussichten auf Klimaneutralität. An anderer Stelle debattierten Bundestagsabgeordnete und Vertreter*innen des Bundesverkehrsministeriums über die Zukunft der Mobilität. Gegenstand einer weiteren Diskussion war die Bedeutung von Bildung bei der Bewältigung der Klimakrise. Das abschließende Highlight der Konferenz war die große Podiumsdiskussion. Unter der professionellen Moderation von Johannes Büchs widmeten sich unsere Gäste aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und dem Umweltbundesamt der zentralen Leitfrage “Welche Wirtschaft braucht das Klima?”. Der Livestream wurde von mehr als 1000 Menschen verfolgt und ist auf dem YouTube-Kanal der LCOY Deutschland (siehe Impressum) dauerhaft verfügbar. ?

Die Stimmen der LCOY online

Das Herzstück der diesjährigen LCOY online bildete unser vielfältiges Workshop-Programm, gestaltet von Vertreter*innen aus Wissenschaft, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Den Teilnehmenden…

wurden hier Diskussions- und Vernetzungsmöglichkeiten, sowie informative Vorträge und Raum für Kreativität geboten.??

Passend zur allgemeinen Leitfrage „Welche Wirtschaft braucht das Klima?“ stand in einigen Workshops die Analyse grundlegender Transformationsmöglichkeiten im Mittelpunkt. Ziel war es, verschiedene Wirtschafts- und Gesellschaftsformen zu diskutieren und das Konzept des Wirtschaftswachstums zu hinterfragen. So wurden die Chancen von Suffizienzpolitik, solidarischer Postwachstumsgesellschaft, Sektorenkopplung, Synergiewende, Kreislaufwirtschaft, Gemeinwohlökonomie und Ideen aus der Welt der Commons behandelt.? Ein weiteres Schwerpunktthema bildete die internationale Politik. Mithilfe eines Planspiels wurde es den Teilnehmenden ermöglicht, einen Perspektivwechsel vorzunehmen und ein Gefühl für die unterschiedlichen Interessen, Motive und Sichtweisen einzelner Länder zu gewinnen. Es ging besonders darum, einen Überblick über die Akteure, Allianzen und Entscheidungsprozesse der internationalen Klimapolitik zu erlangen. Überdies wurden die internationale Klimafinanzierung, die Conference of Parties (COP), Deutschlands Rolle im globalen Gefüge, das Pariser Klimaschutzabkommen und die allgemeine Bedeutung von Freihandelsabkommen thematisiert.??

Der individuellen Perspektive auf die Klimakrise näherten sich die Teilnehmenden, indem sie sich über Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Alltag, Möglichkeiten der politischen Partizipation und Formen von Engagement und Aktivismus austauschten. Außerdem gab es eine Schreibwerkstatt, die freie und kreative Texte zum Stichwort „Zukunft“ hervorbrachte, in denen die Teilnehmenden ihren Gefühlen, Wünschen und Ängsten Ausdruck verliehen. Ab Mitte Dezember sind diese auf den Kanälen der LCOY einsehbar.??

Ansonsten boten die Workshops die Gelegenheit, über die Bedeutung technologischer Innovationen und neuer Mobilitätskonzepte zu reflektieren. Die Frage nach der Chance Deutschlands, die nachhaltigen Entwicklungsziele, CO2-Neutralität bis 2035 und das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, wurden im Diskurs wiederholt aufgegriffen. Ebenso die Effektivität finanzieller Anreizsysteme zur Eindämmung der Umweltschäden durch industrielle Akteure oder die Vorgehensweise und die öffentliche Wahrnehmung der Klimabewegung wurden bei der LCOY online behandelt. Gut besucht waren auch der Workshop zu Interessensvertretung und Berufsmöglichkeiten in der wissensbasierten Politikberatung. Auch das Angebot des Bundesumweltministeriums (BMU) wurde mit großem Interesse aufgenommen. Hier erhielten die Teilnehmenden detaillierte Einblicke in die Arbeit des BMU aus erster Hand.??

In den lebendigen Diskussionsrunden der Workshops wurde in verschiedenen Zusammenhängen sehr deutlich, was der Jugend auf der Seele brennt.

So herrschte Konsens darüber, dass das Klima eine Wirtschaft braucht, die sich am Konzept der Suffizienz orientiert und das dogmatische Wachstums-Narrativ überwindet. Ziel einer wirtschaftlichen Neugestaltung sollte die Achtung sozialer und planetarer Grenzen, sowie die Auflösung umweltschädlicher Macht- und Anreizstrukturen sein. Eng verbunden mit diesen Forderungen ist die Hoffnung, dass ein gesellschaftliches Umdenken einsetzt, das Konsum-, Wegwerf- und Überfluss-Mentalität ein Ende setzt.??

?In den Gesprächen zeigt sich, dass soziale und ökologische Transformationsprozesse häufig zusammen gedacht werden. So wurde der Wunsch geäußert, Lebenszufriedenheit als Wohlstandsindikator heranzuziehen, menschliche Grundbedürfnisse zu sichern (z.B. durch ein bedingungsloses Grundeinkommen), die allgemeinen Arbeitsbedingungen zu verbessern und möglichst allen Menschen eine bessere Teilhabe an Wissen und politischen Entscheidungsprozessen zu ermöglichen. Im Namen der Klimagerechtigkeit wurde thematisiert, dass diskriminierten Gruppen ein besonderer Schutz und Beachtung zukommen soll, da diese durch die Folgen der Klimakrise voraussichtlich besonders stark betroffen sein werden.??

In der Debatte zur internationalen Politik wurde deutlich, dass der Fokus der Akteure auf ihren Gemeinsamkeiten liegen sollte und gleichzeitig möglichst viele, diverse Perspektiven eingebunden werden sollten. Es kristallisierte sich die klare Forderung nach einem global koordinierten, zielorientierten und entschlossenen Vorgehen im Klimaschutz heraus. Außerdem wurde die Hoffnung geäußert, dass die internationale Gemeinschaft angesichts der US-Präsidentschaft Joe Bidens und der deutschen Präsidentschaft der G7 im Jahr 2022 im Klimaschutz nun wieder handlungsfähiger und ambitionierter werden wird. Vor allem appelliert die Jugend an die politischen Akteure, den Klimaschutz trotz der andauernden Covid-19-Pandemie in den Fokus ihrer Aufmerksamkeit zu nehmen und auf keinen Fall wieder zu den alten Praktiken im Umgang mit der Klimakrise zurückzukehren, sondern grundlegende Transformationsprozesse zu initiieren.??

Mit Blick auf Deutschland wurden die Notwendigkeit eines Umdenkens und mehr Offenheit gegenüber neuen Konzepten angemahnt. Die Klimakrise müsse stärker in den Aufmerksamkeitsfokus von Regierung und Bevölkerung rücken, allgemein mehr diskutiert und thematisiert werden. Man müsse endlich anerkennen, dass es sich hier um eine fundamentale Krise handle und sein Verhalten dementsprechend ausrichten. Es herrschte Einigkeit darüber, dass “von unten” weiter Druck auf die Politik ausgeübt werden solle, damit diese geeignete Rahmenbedingungen für die notwendigen Veränderungsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft schaffe.

Im Zuge dieser Überlegungen wurden verschiedene Handlungsansätze benannt. So solle Energie effizienter genutzt, Strategien lokaler Suffizienz etabliert und eine Sektorenkopplung angestrebt werden. Außerdem sollten alternative Mobilitätsangebote gefördert werden. Dabei ist die allgemeine Verbreiterung des ÖPNV und konkret der Ausbau des Schienennetzes ein immer wiederkehrendes Stichwort. In diesem Kontext wurde ebenfalls eine Erhöhung der CO2-Steuer und eine konsequente Ausrichtung statt technologieoffener Erkundungen bei Fragen von Wasserstoff und Elektromobilität, sowie beim Ausbau von ?erneuerbaren Energie gefordert. Ein ganz zentrales Anliegen der Jugendlichen war, dass die Themen Nachhaltigkeit und individuelle Verantwortung im Bildungsbereich einen deutlich höheren Stellenwert einnehmen. Was an dieser Stelle ebenfalls hervorgehoben werden sollte, ist der Appell, die emotionale Verbundenheit der Menschen mit der Umwelt zu stärken, um die allgemeine Motivation für eine klimafreundliche Lebensweise zu erhöhen und die Akzeptanz der Klimabewegung zu fördern. Im Namen eines gesellschaftlichen Miteinanders.

Allgemeines Fazit

Auf der LCOY online 2020 fanden sich junge Leute aus ganz Deutschland zusammen, um einen gemeinsamen…

…Blick in die Zukunft der Klimapolitik zu wagen. Auf der Grundlage von Vorträgen und Diskussionen entwickelten die Teilnehmenden Forderungen und Ideen, wie Wirtschaft und Klima besser zu vereinen sind. Insbesondere jetzt, da die andauernde Pandemie vielfach die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zieht, ist es uns ein umso größeres Anliegen, der Jugend eine Stimme zu geben. ?

Die jungen Menschen fordern ihr Recht auf eine lebenswerte Zukunft ein – ohne Angst und Katastrophen. Sie eint der Wunsch nach mehr Gerechtigkeit, aufrichtigem Umweltbewusstsein und Veränderungen. Sie sind bereit für effektiven Klimaschutz, eine nachhaltige Lebensweise und Taten. Die Ideen sind da, Mut und Wille ebenfalls.?

Grußwort der Bundesumweltministerin Svenja Schulze

„Liebe Teilnehmende der LCOY,
der Austausch mit jungen Menschen ist mir beim Klimaschutz ganz besonders wichtig, denn es geht dabei…

…um Eure Zukunft und ich bin immer wieder beeindruckt von Euren Ideen, Eurer Kreativität und Eurer Beharrlichkeit. Das zeigt sich auch hier auf der LCOY. Meine Botschaften an Euch sind erstens: Klimapolitik ist immer auch Zukunftspolitik und daher ist es absolut notwendig, Euch Jugendliche in der Klimapolitik zu beteiligen. Es ist wirklich prima, dass Ihr auf der heutigen Konferenz und den internationalen Jugendkonferenzen gemeinsame Positionen formuliert und diese einbringt. Unter anderem bei den UN-Klimaverhandlungen. Dass ihr euch vernetzt, Wissen und Erfahrung austauscht. Und zweitens: Auch wenn Corona kurzfristig alles andere in den Schatten stellt: Anders als bei früheren Krisensituationen wird der Klimaschutz derzeit gerade nicht in den Hintergrund gedrängt. In der Europäischen Union, wie in Deutschland steckt in den Konjunkturpaketen sehr viel Umwelt- und Klimaschutz und dieser bekommt endlich die notwendige Aufmerksamkeit. Nicht zuletzt dank des Engagements hunderttausender Jugendlicher. Eure Stimme zählt im klimapolitischen Dialog und daher unterstützt das Bundesumweltministerium die LCOY Deutschland in den kommenden Jahren finanziell. Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen sich hier aktiv ein und stehen Euch Rede und Antwort. Und ich will Euch ausdrücklich ermutigen: Setzt euch weiterhin ein, für mehr Klimaschutz. Sorgt weiter dafür, dass ihr gehört werdet. Ich wünsche Euch jedenfalls eine spannende Konferenz.”??

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Klimawandel, Klimaschutz, Klimapolitik – Begriffe, die wir immer wieder zu hören bekommen. Hinter diesen stecken komplexe gesellschaftliche Strukturen, bei denen ein Durchblick manchmal mühsam ist. Zudem fehlt immer wieder Austausch zwischen den verschiedenen Akteur*innen aus Politik und Wirtschaft, Wissenschaft, zivilgesellschaftlichen Organisationen und jungen Aktivist*innen. Nicht zuletzt gab die COVID-19 Pandemie einen weiteren Anstoß zum Umdenken unserer Lebensweisen und unseres Wirtschaftens.

An dieser Stelle haben wir mit unserer LCOY online 2020 am 14.11. angesetzt und etwas Licht ins Dunkel gebracht. Wir haben hinterfragt und diskutiert, wie ein Umdenken unserer Lebensweisen und unseres Wirtschaftens stattfinden kann. Und wir haben uns Gedanken gemacht, wie eine gerechte, klimafreundliche und inklusive Zukunft aussehen kann. In verschiedenen Workshops und einer Podiumsdiskussion wurde ausgiebig über Möglichkeiten und Grenzen von Klimapolitik diskutiert.

Vielen Dank an alle, die dazu beigetragen haben, dass die LCOY online 2020 so ein tolles Ereignis geworden ist!
Parallel zu den Workshops wurde im Livestream von 13 Uhr bis 17 Uhr auf YouTube ein bunter Mix aus spannenden Diskussionsrunden mit Expert*inenn aus verschiedenen Bereichen, Musik und Poetry Slams live übertragen – diese könnt ihr immer noch auf unserem YouTube-Kanal sehen!

Als Highlight gab es um 17 Uhr die Podiumsdiskussion, die ebenfalls auf unserem Kanal noch zu sehen ist!

Das Programm war in vier Oberthemen unterteilt: Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Wissenschaft. 

  1. Habt ihr schon mal von “Degrowth” oder “Green Economy” gehört? Im Themenfeld “Wirtschaft” erfahrt ihr, was sich hinter diesen und weiteren Begriffen verbirgt und wo die Chancen und Schwächen solcher alternativer Wirtschaftswege liegen. 
  2. Der Themenblock “Politik” beschäftigt sich mit der Umsetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Klimaforschung in der Politik und erklärt Konzepte der kommunalen und (inter-)nationalen Klimapolitik. 
  3. Welche Bedeutung soziale Gerechtigkeit und Mobilität für die Klimapolitik hat, erfahrt ihr wiederum in Veranstaltungen des Themenfeldes “Gesellschaft”.
  4. Schlussendlich befasst sich das Feld “Wissenschaft” mit dem Thema Klimaforschung und damit, wie wichtig es ist, den Austausch zwischen den verschiedenen Wissenschaften zu fördern und die Erkenntnisse für alle verständlich zu machen.

Programm

SORTIEREN NACH: