DISKUSSIONSRUNDEN

Was waren die Diskussionsrunden?

Das ganze Wochenende haben wir zu sehr verschiedenen Themen diskutiert, die rund um den Klimawandel große Bedeutung haben. Moderiert wurden die Runden von Mitgliedern des Organisationsteams, mitdiskutiert haben jeweils bis zu 40 Teilnehmende. Am Ende wurden gemeinsam zu allen Themenbereichen Forderungen und Statements formuliert (oft aus mehreren Runden), über die anschließend alle Teilnehmenden der LCOY Deutschland 2019 abstimmen konnten. Die Zustimmungszahlen sind jeweils angegeben (zuerst “volle Zustimmung”=”Ja” und dann “Eher ja”=”Teilweise”)

Diskussionsrunden und Ergebnisse

Inhalt

Was sollte internationale Klimapolitik leisten? Was kann sie leisten? Warum geht es so langsam voran?

Forderungen

  1. Interationale Klimapolitik muss Verbindlich sein. Sanktionsmechanismen bei Nicht-Einhaltung der nationalen Klimaziele, außerdem eine Kontrollinstanz die neutral überprüft, inwiefern die Ländern wirklich versuchen, die NDCs zu erreichen und ob diese der Wahrheit entsprechen. (77 % + 20 %)
  2. Finanztranzaktionssteuer einführen und Klimaschäden, die durch Produkte entstehen, über den Preis abdecken. Klimaschädlich hergestellte Produkte müssen teurer werden, bio und fair trade subventioniert! (77 % + 16 %)
  3. Die Länder des globalen Nordens müssen stärker in der Verantwortung stehen und den Ländern des globalen Südens finanziell sowie technisch helfen, sich einerseits den Folgen des Klimawandels anzupassen und andererseits Technologien und Wege zu entwickeln, die Folgen des Klimawandels einzudämmen (evtl. auch Solidaritätszuschlag). (81 % + 20 %)
  4. Die UN wurde als Friedensmission gegründet. Der Klimawandel wird in Zukunft für viele Konflikte auf dem ganzen Globus sorgen. Aus diesem Grund MUSS die UN hier handeln und für Gerechtigkeit sorgen, da der internationale Frieden in Gefahr ist. (84 % + 13 %)
  5. Prozesse der internationalen Klimapolitik müssen gerecht gestaltet sein, das heißt partizipativ und transparent!

Inhalt

Soll es die Möglichkeit auf “Klimaasyl” geben? Soll der globale Norden Reparationen zahlen? Wie kann Handel fair gestaltet werden? Gibt es ein Recht auf Entwicklung? Wie kann, nach den Erfahrungen des Kolonialismus, ein solches Recht auf gerechte Weise thematisiert werden?

Forderungen

  1. Angesichts klimabedingt verstärkt auftretender Migration soll es ein Recht auf Klimaasyl geben – Länder des globalen Nordens müssen ihrer historischen Verantwortung gerecht werden! (83 % + 14 %)
  2. Gerechtigkeit muss im globalen Handel hergestellt, d. h. externe Umweltkosten müssen eingepreist und Subventionen auf klimaschädliche Produkte aufgehoben werden. Lokalisierung vor Globalisierung! (82 % + 12 %)

Inhalt

Wie soll sie aussehen? Welche strukturellen und welche technischen Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um die Mobilität der Zukunft zu gestalten? Ist Gemeinschaftsverkehr statt Individualverkehr die Lösung? Wie sieht der Weg zur Umsetzung dieser Lösungsstrategien aus?

Forderungen

  1. Sämtliche klimaschädlichen Subventionen und Steuerprivilegien müssen abgeschafft und mindestens in selber Höhe in den öffentlichen Personenverkehr investiert werden (79 % + 17 %)
  2. Die zur Verfügung gestellte Fläche für Autos in den Städten (Fahrbahn(breite), Parkplätze, …) soll erheblich verringert und der frei werdende Platz für Fahrradinfrastruktur und Stadtbegrünung zur Verfügung gestellt werden, mit dem langfristigen Ziel eine autofreie Stadt zu ermöglichen (85 % + 11 %)
  3. Der ÖPV auf in den ländlichen Gebieten soll signifikant ausgebaut werden (85 % + 14 %)

Inhalt

Wie soll die Energieversorgung künftig gesichert werden und wie kann das erreicht werden? Welche Klimakonzepte (Produktion, Speicherung und Verteilung) werden dem Bedarf und dem Ziel der Nachhaltigkeit in Zukunft noch gerecht?

Forderungen

  1. Umwidmung aller klimaschädlicher Subventionen und Steuerprivilegien für den Ausbau erneuerbarer Energien (75 % + 21 %)
  2. Einführung eines wissenschaftlich fundierten CO2 Preises mit Klima-Dividende (82 % + 12 %)
  3. Eindämmung des Lobbyismus durch vollständige Offenlegung aller finanzieller und beraterischer Einflussnahme bei gleichzeitiger Förderung des Dialogs mit den Bürger*innen (72 % +20 %)

Inhalt

Welche Rolle spielt unsere Ernährung? Wie kann man die Ernährung weltweit sichern und gleichzeitig den Klimawandel bekämpfen? Wie spielen Themen wie globale Gerechtigkeit in dieses Thema rein? Wie muss ein globales Ernährungsmodell gestaltet sein, um unsere stetig wachsende Weltbevölkerung zu ernähren?

Forderungen

  1. Mit Förder- und Steuerpolitik der Industrienationen eine nachhaltigere Ernährung fördern und begünstigen und Verschwendung sanktionieren. (86 % + 14 %)
  2. Wir müssen die Viehhaltung auf ein Maß reduzieren, das die Erhaltung unserer natürlichen Ressourcen gewährleistet, klimaverträglich ist und trotzdem die Versorgung aller Menschen sicherstellt. (96 %)
  3. Ziel, die Kreislaufwirtschaft als vorherrschendes System in der Landwirtschaft zu etablieren, um unter anderem mehr Wertschätzung für unsere Lebensgrundlagen, unsere Nahrung und Mitlebewesen zu generieren. (71 % + 29 %)

Inhalt

Wie weit reicht unsere Verantwortung? Ab wo seht ihr die Politik in der Pflicht? Wie viel Einfluss hat unser Verhalten und ist das überhaupt wichtig? Wie können wir klimafreundlich leben? Sind Ausgleichszahlungen (z.B. Atmosfair) moralisch? Ich kaufe, also bin ich? Welche Bedeutung hat Konsum in unserer Gesellschaft, geht dieser über den bloßen Bedarf hinaus?

Forderungen

  1. Der Staat muss nachhaltiges Konsumverhalten zum vorteilhaften und langfristigen normalen Verhalten machen z. B. durch Besteuerung, Bildungsprogramme, (finanzielle) Förderung, Subventionsabbau, gesetzliche Vorgaben und Einschränkungen von Werbung (95 % + 5 %)
  2. Bildung für Nachhaltigkeit muss in Schule, Uni und Beruf verpflichtend integriert werden, als eigenes Fach. (70% + 28 %)
  3. Der Staat muss gewährleisten, dass Konsumenten täglich mit den Folgen ihres Verhaltens und der Option der Reduktion konfrontiert werden.  (55 % + 34 %)

Inhalt

Wird sie Erfolg haben? Was braucht sie, um präsent und stark zu sein?

Forderungen

  1. Druck auf die Politik erhöhen und Klimaklage gegen höhere Instanzen und Verursacher richten (juristische Eskalation) (70 % + 20 %)
  2. Wir wünschen uns einen breiteren, inklusiveren, gesamtgesellschaftlichen Austausch über Generationen und soziale Milieus hinweg, um das gemeinsame Ziel des Klimaschutzes gesamtgesellschaftlich zu tragen (96 % + 4 %)
  3. Wir müssen zeigen, dass wir die friedliche Mehrheit sind, indem wir unterschiedliche Protestformen verfolgen. (75 % + 19 %)
  4. Einfache Messages: Direkte, lokale Folgen der Klimakrise verdeutlichen und vermeintliche Sozialargumente entkräften und umdrehen. (73 % + 19 %)

Inhalt

Wie können wir Menschen in unserer Umgebung von der Dringlichkeit der Klimakrise überzeugen? Warum ist die Dringlichkeit echter Veränderungen in aller Munde, ohne dass diese tatsächlich umgesetzt werden? Was lässt sich daran ändern?

Forderungen

  1. Bundesweit verpflichtender Aktionstag in Schulen, Hochschulen, Ämtern und Firmen zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit (66 % + 26 %)
  2. Alternative Wohlstandsindikatoren (z. B. World Happiness Report) im Vergleich zum BIP stärker gewichten (63 % + 22 %)
  3. Personen in wichtigen öffentlichen Ämtern sollen Verhaltensrichtlinien an die Hand gegeben werden, damit diese eine Vorbildfunktion in der Gesellschaft einnehmen können (37 % + 37 %)

Inhalt

Sind globalisierter Kapitalismus und Klimaschutz zu vereinen? Ist eine Freie Marktwirtschaft die Lösung der Klimakrise oder eher staatliche Reglementierung? Wie muss eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung aussehen, die Klimaschutz und individuelle Sicherheit und Freiheit gleichermaßen gewährleistet?

Forderungen

  1. Umfassende Bepreisung von negativen Umwelteinflüssen (84 % + 16 %)
  2. Transaktionssteuern einführen (um z. B. Hochfrequenz-Handel zu unterbinden) (67 %)

Inhalt

Wo sind die Vor-, wo die Nachteile der Digitalisierung? Rettet die Digitalisierung den Regenwald? Ist es besser, Papier oder Strom zu sparen?

Forderungen

  1. Wir sollten die Digitalisierung so gestalten, dass sie sozial und ökologisch und nicht nur ökonomisch sinnvoll ist. Digitalisierung darf nicht nur der Digitalisierung wegen stattfinden. Transformationen aufgrund der Digitalisierung sollten genutzt werden, um Nachhaltigkeit zu fördern. (99 %)
  2. Bei konkreten Digitalisierungsmaßnahmen muss eine gesamtgesellschaftliche Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt werden, bei der auch Rebound-Effekte mit einbezogen werden. (86 %)

Inhalt

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Menschenrechten und dem Klimawandel? Wie sind diese beiden Thematiken zu gewichten, wenn die Umsetzung der Menschenrechte in einem Widerspruch mit der Bekämpfung des Klimawandels stehen? Inwiefern können beide Probleme zugleich bekämpft werden? Wie können besonders vulnerable Gruppen (Frauen, Indigene, LGBTQ, …) geschützt werden? Liegt es in der Verantwortung von Staaten und Institutionen, im Kampf gegen den Klimawandel den Menschenrechtsgedanken zu stärken?

Aktivismus

Wann wird Aktivismus notwendig? Wie beurteilt ihr zivilen Ungehorsam? Inwiefern kann Aktivismus nützen, inwiefern schaden (Spaltung der Gesellschaft)? Welches Potenzial und welche Bedeutung hat der Aktivismus der Jugend für das Veränderungspotenzial unserer Gesellschaft? Lässt sich eine friedliche Revolution des Mitgefühls erreichen?

Kernforderungen

  1. Interationale Klimapolitik muss Verbindlich sein. Sanktionsmechanismen bei Nicht-Einhaltung der nationalen Klimaziele, außerdem eine Kontrollinstanz die neutral überprüft, inwiefern die Ländern wirklich versuchen, die NDCs zu erreichen und ob diese der Wahrheit entsprechen. (77 % + 20 %)
  2. Umfassende Bepreisung von negativen Umwelteinflüssen, Einführung eines wissenschaftlich fundierten CO2 Preises mit Klima-Dividende (86 % + 12 %)
  3. Angesichts klimabedingt verstärkt auftretender Migration soll es ein Recht auf Klimaasyl geben – Länder des globalen Nordens müssen ihrer historischen Verantwortung gerecht werden! (83 % + 14 %)
  4. Sämtliche klimaschädlichen Subventionen und Steuerprivilegien müssen abgeschafft und mindestens in selber Höhe in den öffentlichen Personenverkehr und Ausbau erneuerbarer Energien investiert werden (79 % + 17 %)
  5. Die zur Verfügung gestellte Fläche für Autos in den Städten (Fahrbahn(breite), Parkplätze, …) soll erheblich verringert und der frei werdende Platz für Fahrradinfrastruktur und Stadtbegrünung zur Verfügung gestellt werden, mit dem langfristigen Ziel eine autofreie Stadt zu ermöglichen (85 % + 11 %)
  6. Druck auf die Politik erhöhen und Klimaklage gegen höhere Instanzen und Verursacher richten (juristische Eskalation) (70 % + 20 %)
  7. Mit Förder- und Steuerpolitik der Industrienationen eine nachhaltigere Ernährung fördern und begünstigen und Verschwendung sanktionieren. (86 % + 14 %)
  8. Der Staat muss nachhaltiges Konsumverhalten zum vorteilhaften und langfristigen normalen Verhalten machen z. B. durch Besteuerung, Bildungsprogramme, (finanzielle) Förderung, Subventionsabbau, gesetzliche Vorgaben und Einschränkungen von Werbung (95 % + 5 %)
  9. Finanztranzaktionssteuer einführen und Klimaschäden, die durch Produkte entstehen, über den Preis abdecken. Klimaschädlich hergestellte Produkte müssen teurer werden, bio und fair trade subventioniert!
    (77 % + 16 %)
  10. Bei konkreten Digitalisierungsmaßnahmen muss eine gesamtgesellschaftliche Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt werden, bei der auch Rebound-Effekte mit einbezogen werden. (86 %)
  11. Bildung für Nachhaltigkeit muss in Schule, Uni und Beruf verpflichtend integriert werden, als eigenes Fach. (70% + 28 %)