Auf der LCOY werden euch vielfältige Formate erwarten: Es gibt Vorträge, Workshops und viele weitere Formate, in denen unterschiedliche Herangehensweisen an das Themenspektrum des Klimawandels aufgezeigt und diskutiert werden. Daneben bieten wir die Möglichkeit, konkrete politische Forderungen oder auch persönliche Wünsche und Eindrücke zu formulieren. Es wird ein Wochenende, auf dem ihr euch mit anderen austauschen, vernetzen und voneinander lernen könnt.

Im unteren Bereich der Seite findet sich eine Auswahl an Programmbeiträgen.

Das Wochenende wird sich in drei Themenblöcke gliedern:

Die Teilnehmenden bekommen die Möglichkeit, sich mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Klimawandel auseinanderzusetzen. Dadurch soll ein verbessertes Verständnis für die Faktoren erreicht werden, die den Klimawandel verursachen und verstärken.

In den Beiträgen lernen die Teilnehmenden die Arbeitsweise internationaler, politischer Akteure kennen kennen. Dabei findet eine Auseinandersetzung mit den Potenzialen und Problemen der aktuellen Klimapolitik statt.

 

Was kann jede*r Einzelne im eigenen Umfeld tun, um ein stärkeres Bewusstsein für das Thema Klimakrise zu schaffen? Wie kann ich meinen eigenen Lebensstil umweltfreundlicher gestalten? Wo und wie kann ich mich engagieren?

Auf der LCOY könnt ihr Expert*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu diesen Themen befragen und mit ihnen diskutieren.

 

Programmteile

Auch für Menschen, die erst am Beginn ihres Engagements rund um den Klimawandel stehen, bieten wir ein passendes Programm. Auf der LCOY geben junge Leute, die im Klimaschutz erfahren sind, ihr Wissen weiter und zeigen euch, was jede*r Einzelne selbst tun kann, um etwas im Klimaschutz zu bewegen.

Wir bieten Vorträge, Workshops, Diskussionen etc. zu vielen Themen, die in direktem oder indirektem Bezug zum Klimawandel stehen: Woher bekommen wir CO2-neutrale Energie? Woher bekommen wir klimafreundliches Essen? Wird durch den Klimawandel die Gesundheit von Menschen beeinträchtigt? Wie lösen wir entstehende Gerechtigkeitsprobleme? Sind Menschenrechte betroffen? Was muss auf politischer Ebene geschehen?

Jedes Jahr findet zusätzlich zu den Lokal Conferences of Youth (LCOYs) eine globale Conference of Youth (COY) unmittelbar vor den UN-Klimakonferenzen am selben Ort wie diese statt, um weltweite Vernetzung und klimapolitische Arbeit junger Menschen zu ermöglichen. Wir, das Organisationsteam der LCOY Deutschland, stehen im Austausch mit dem Team der globalen COY15 in Chile. Die Ergebnisse der LCOY Deutschland werden nach unserer Konferenz an die globale COY kommuniziert.

Wir werden an diesem Wochenende die Arbeitsweisen und Zielsetzungen internationaler, nationaler und regionaler Klimapolitik diskutieren. Außerdem werden wir über die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Lebensumstände besprechen. Da wir alle einen Teil zum Klimaschutz beitragen können, werden wir außerdem individuelle Handlungsmöglichkeiten beleuchten und Teilnehmende ermutigen, selbst im Umwelt-/Klimaschutz aktiv zu werden.

Wir geben denjenigen, die sich bereits engagieren, Raum, ihre Erfahrungen zu teilen und mit ihrer Energie mehr Menschen anzuspornen, sich für einen Wandel in der Klimapolitik zu engagieren. Dabei bekommen alle die Möglichkeit, sich mit anderen Klimaschützenden zu vernetzen.

Am darauffolgenden Samstag findet der LCOY-Aktionstag “Klima geht lokal!” statt, bei dem dezentral in ganz Deutschland unsere Ergebnisse und Eindrücke einem breiten Publikum präsentiert werden.

Mehr Infos dazu findet ihr hier.

Auszüge aus dem Programm

Energie

Vor dem Hintergrund der steigenden klimaschädlichen Emissionen im Verkehrsbereich kündigt die deutsche Automobilindustrie ihren Wandel vom fossilen Verbrennungsmotor zum Elektroauto an. Ist das E-Auto aber wirklich klimafreundlicher? Oder verstärkt die Elektrifizierung des Verkehrs und der zunehmende Rohstoffbedarf eine Externalisierung sozial-ökologischer Kosten in den globalen Süden, während der individualmotorisierte Lebensstil hierzulande sauberer und klimaverträglicher gemacht wird?

Die Energiewende eröffnet uns eine Vielzahl an Möglichkeiten Energie bereitzustellen und zu nutzen. Doch welche Auswirkungen haben diese heute und für zukünftige Generationen? In mehreren Schritten werden Szenarien für die Energieversorgung von morgen erarbeitet. Hierbei werden das Für und Wider sowohl von einzelnen Technologien diskutiert als auch die Vor- und Nachteile von unterschiedlichen Strategien wie “Marktmechanismus”, “Ordnungsrecht” oder “Wandel durch Bildung und Information”.

Der Umbau unserer wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Grundlagen wird eine Herkulesaufgabe. Wer da erfolgreich sein will, der muss in großem Stil in die Zukunft investieren. Das Entscheidende dabei wird sein, dass wir alle gesellschaftlichen Gruppen mitnehmen und auf diese Weise eine Spaltung der Gesellschaft verhindern. Nur mit einem gesamtgesellschaftlichen Konsens können wir die Energiewende langfristig zu einem Erfolgsmodell und einem Vorbild für andere Länder machen. 
Gemeinsam mit euch möchte ich diskutieren und erarbeiten wie wir gemeinsam die Energiewende zu einem gesamtgesellschaftlichen Projekt machen, das verbindet statt spaltet.

Power-to-X-Technologien, also die Umwandlung von Strom in andere Energieträger, können einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Doch sind sie wirklich das häufig in den Medien angepriesene Allheilmittel für die Dekarbonisierung des Verkehrssektors? Welche Chancen und Risiken gehen mit PtX-Technologien einher? Wie groß ist ein aus Klimaschutzsicht sinnvolles und realistisches Potential solcher Technologien? Auf diese Fragen soll in diesem Vortag eingegangen werden.

Landwirtschaft

Die herkömmliche Landwirtschaft trägt durch intensive Bodenbearbeitung und Ressourcenverbrauch zum Klimawandel bei. Permakultur ist eine Form der Landnutzung, die sich an den kooperativen Beziehungen natürlicher Ökosysteme orientiert und so mehr Lebendigkeit schafft und das Klima schützt. Lerne mehr darüber, wie Lebensmittel klimafreundlich produziert werden und wie du dich dafür einsetzen kannst!
Dieser Beitrag richtet sich an Menschen, die über wissenschaftlich fundierte Zusammenhängen zwischen Bodennutzung und Klimawandel informiert werden wollen und Praxisbeispiele für klimafreundliche Landwirtschaft kennenlernen wollen.

Konsum

Im Rahmen des Workshops soll mit den Teilnehmenden erarbeitet werden, in wie weit unsere Lebenswandel das Klima beeinflusst. Neben den Faktoren Mobilität und Ernährung sollen auch Aspekte wie Internet/Digitalisierung, Plastikverbrauch und Bekleidung (Fast Fashion) beleuchtet werden. Teilnehmer können so auch selbst ihren eigenen Beitrag zum Klimawandel einschätzen, eigene Schwerpunkte in der CO2 Vermeidung setzen und Argumente für eigene Diskussionen gewinnen.

Es gibt viele Möglichkeiten, nachhaltig in der Stadt unterwegs zu sein. Man fährt mit dem Auto, weil es bequem, schnell und sicher scheint, aber ÖPNV, Fahrrad und per Fuß können schneller, angenehmer und gesunder sein. Das Laufen und Fahrrad fahren sind die nachhaltigste mobilitäts-Modi, die aber häufig vernachlässigt werden. Was können wir machen, um die Automobilität zu bremsen und nachhaltigere Alternativen zu forcieren? In eine Diskussionsrunde wollen wir dieses Thema angehen.

Wirtschaft

Der Industriesektor steht vor großen Herausforderungen hinsichtlich einer vollständigen Dekarbonisierung. Insbesondere die Grundstoffindustrien – Stahl, Chemie und Zement – stoßen prozessbedingt gigantische Mengen Treibhausgase aus. Um diese Emissionen zu reduzieren, müssen gänzlich neue Prozesse und Anlagen errichtet werden. Die dabei einhergehenden Hürden und Chancen für den Wirtschaftsstandort Deutschland werden in diesem Vortrag thematisiert.

Wie fair und umweltfreundlich sind eigentlich die Firmen, bei denen wir einkaufen? Woher kommen Umweltzerstörung und Ausbeutung? Wie müssten die Spielregeln aussehen, damit Firmen zu einer lebenswerten Welt beitragen? In diesem spielerischen Workshop erleben wir, was passiert, wenn alle Firmen und Menschen nur an sich denken. Anschließend überlegen wir uns gemeinsam passende Spielregeln für ein umweltfreundliches und faires Wirtschaftssystem und lernen Beispiele dazu kennen.

Teilnehmende erfahren die sozialen und ökologischen Folgen rücksichtslosen Gewinnstrebens, insbesondere vor dem Hintergrund endlicher Ressourcen. Gemeinsam erarbeiten wir, welche negativen Effekte und Mechanismen – sowohl auf individueller als auch wirtschaftlich-gesellschaftlicher Ebene in unserem derzeitigen Wirtschaftssystem dahinterstecken. Wir lernen Veränderungshebel kennen, damit das Engagement für Mensch und Umwelt honoriert wird und ein positiver Selbstverstärkungseffekt – ein Beitrag zur Stabilisierung des Klimas – in Gang gesetzt wird.

Internationales Vorgehen

Der letzte IPCC-Sonderbericht beschreibt die Auswirkungen zu 1,5 bzw. 2°C Erwärmung. Doch wie erreicht man diese Ziele? Nach einer Einführung über bisherige Emissionen recherchieren die Teilnehmer zunächst die CO2-Restbudgeds, um mit diesen Daten weiter zu arbeiten. Ziel ist einen Einblick in wissenschaftliches Arbeiten und Verständnis für Reduktionspfade.

In unserer Simulation einer internationalen Klimaverhandlung nehmen die Teilnehmenden die Rolle eines Landes ein und verhandeln – wie bei den echten UNFCCC COP – wesentliche Themen zur Bekämpfung des Klimawandels. Hierbei geht es um eine fiktive Verhandlung, zusammengesetzt aus verschiedenen real existierenden Verhandlungssträngen mit einem Fokus auf die wichtigste Frage überhaupt: wie finanzieren wir die dringend notwendigen Maßnahmen gegen den Klimawandel und zur Anpassung an die Folgen, die besonders die Entwicklungsländer betreffen?

Wir wollen gemeinsam die UN-Klimaverhandlungen in einem Rollenspiel nachvollziehen. Dabei übernehmen die Teilnehmer*innen die Rolle der Delegierten verschiedener Verhandlungsblöcke und müssen über mehrere Verhandlungsrunden versuchen, Zusagen für CO2 Reduktionen zu erreichen, die die Erwärmung des Klimas auf unter 1,5°C begrenzt. Zwischen den Verhandlungsrunden werden die Auswirkungen der Zusagen mit einem interaktiven Klimamodell überprüft, um ein direktes Feedback zu den erreichten Ergebnissen zu bekommen.

Wissenschaft

In diesem Vortrag geben wir einen verständlichen Einblick in die Grundlagen der Klimawissenschaft. Wir untersuchen die Treibhausgas- und Klimaentwicklung und zeigen auf, was uns in Zukunft global und lokal erwartet. Die Analyse des Zusammenhanges von Treibhausgaskonzentrationen und globaler Erwärmung zeigt, dass sehr rasche Reduktionen der Treibhausgasemissionen notwendig sind, um das Klima innerhalb der in Paris beschlossenen Grenzen zu stabilisieren.

Der Vortrag liefert das physikalische Basiswissen zum anthropogenen Klimawandel und zeigt den aktuellen Stand der Klimaforschung auf. Er liefert damit viele wichtige Argumente für die Information der Gesellschaft und die faktenbasierte Diskussion mit Menschen, die das Klimaproblem abstreiten oder noch nicht richtig verstanden haben. Der abschließende Ausblick auf notwendige Veränderungen zeigt den jungen Leuten insbesondere, dass eine Lösung durch politische Maßnahmen möglich und dringend erforderlich ist. Auch der Stand internationaler Verhandlungen wird beleuchtet.

Der Klimawandel führt weltweit zu Veränderungen im Auftreten von Naturkatastrophen, von einer Häufung von Hitzewellen über die Intensivierung von Tropischen Zyklonen bis zu Verstärkung von Tsunamis. Obwohl die Unsicherheiten in den zukünftigen Projektionen teilweise sehr hoch sind, so ist eine sozio-ökonomische und wirtschaftliche Risikobetrachtung notwendig, um angemessene Adaptionsstrategien ermitteln zu können.

Dieser Vortrag umfasst die grundlegenden Prinzipien der Risikoanalyse, bestehende Projektionen und Risiken, Adaptionsmöglichkeiten und offene Fragestellungen im Bereich der durch den Klimawandel bedingten und beeinflussten Naturkatastrophen.

Skillsharing

Bewegungshandeln benötigt einen langen Atem und hat keine Erfolgsgarantie. Es unterliegt Zyklen, in denen auf Phasen der Intensivierung des Protests Phasen der Abschwächung folgen. Und immer besteht die Gefahr der Vereinnahmung durch andere Akteure. Deshalb sollen in einem interaktiven Workshop unterschiedliche Klimabewegungen, die es ja früher schon gab, Hürden der Mobilisierung und die Einflussmöglichkeiten der Bewegung diskutiert werden.

Wenn wir als Klimabewegung wachsen wollen, brauchen wir mehr Multiplikator*innen, die sich zutrauen, künftig Workshops und Seminare zu Klimathemen selbst zu organisieren. Gute Methoden können sehr viel dazu beitragen, was Menschen aus einer Bildungs- oder Diskussionsveranstaltung mitnehmen.

Dieser Workshop richtet sich an Menschen, die bereits im Umweltgruppen aktiv sind, sich aber Gedanken um eine inklusivere und effektivere Arbeitsweise der Gruppe machen wollen. Eine wesentliche Auswirkung darauf kann die Struktur und Moderation der Treffen / Sitzungen / Plena haben. In diesem Workshop sollen verschiedene Möglichkeiten und Ansätze mit ihren Vor- und Nachteilen besprochen und vorgeführt werden. Dabei werden auch Erkenntnisse aus der Organisationsforschung vorgestellt zu der Frage, wie Gruppen und Bewegungen sich gut strukturieren können.

Um uns gemeinsam wohl und sicher bei Aktionen zivilen Ungehorsams zu fühlen bieten wir ein Aktionstraining an. Nach einer kurzen Einführung zu den Zielen und Prinzipien von Extinction Rebellion widmen wir uns den Themen Gewaltfreiheit und sinnvollen Strukturen. Anschließend folgt ein praktischer Teil zu verschiedenen Aktions- und Blockadeformen, Entscheidungsfindung und gewaltfreier Kommunikation – hier probieren wir gemeinsam aus und reflektieren. Abschließend gehen wir auf den rechtlichen Rahmen ein und lassen Raum für all eure Fragen. Bis dann!

Im Workshop wird aufgezeigt, wie sich junge Menschen konkret in der kommunalen Klimaschutzarbeit einbringen können. Es werden Spielräume zu Beteiligungsmöglichkeiten aufgezeigt, Aktionsformen diskutiert und verschiedene Organisationsformate besprochen. Die Teilnehmenden tauschen sich im Workshop über Effektivitätsgrad, Kapazitäten und Ressourcenbindung verschiedener durchgeführter Aktivitäten aus. Der Workshop soll aktiven Personen helfen, die bisherige Arbeit zu reflektieren und von anderen best-practice Beispielen zu lernen. Bisher noch nicht aktive Menschen werden im Workshop über die Beteiligungsformate informiert und durch Aufzeigen von Ideen zur Aktivwerdung angeregt.

In unserem Seminar vermitteln wir anhand eines umweltpsychologischen Modells Antworten auf Fragen wie: Was treibt jede*n Einzelne*n an, sich umweltschützend zu verhalten? Warum gelingt umweltschützendes Verhalten nicht immer – trotz positiver Einstellungen? Welche Rolle spielen Emotionen dabei?

Unsere umweltpsychologische Expertise aus dem Wandelwerk verknüpfen wir mit dem Ansatz des von Germanwatch entwickelten Hand Print. Der Hand Print zeigt Handlungsmöglichkeiten auf, die Lernende nicht nur als reine Konsument*innen, sondern als Gestalter*innen ihrer Gesellschaft ernst nehmen. Wir unterstützen Menschen, die mehr tun wollen, als ihren individuellen ökologischen Fußabdruck zu verringern. Wir ermutigen sie, zu fragen: Wo habe ich strukturelle Hebel, um Nachhaltigkeit in der Gesellschaft für viele Menschen einfacher zu machen und zu verankern?

Wie können wir Menschen dabei unterstützen, klimafreundlich zu handeln?
Auf diese Frage hat die Umweltpsychologie interessante Antworten gefunden, die wir als Psycholog*innen zu Euch in die Praxis bringen wollen. Antworten, die euch in eurem Wirken für den Wandel unterstützen können. 
Das Seminar ist für alle, die mehr tun möchten, als Ihren individuellen Fußabdruck zu verkleinern. Wir überlegen mit Euch, wie ihr in (Hoch)Schule, Verein, Arbeitsplatz oder Stadt strukturelle Veränderungen anstoßen könnt, sodass nachhaltiges Verhalten für mehr Menschen einfacher, preiswerter und naheliegender wird. Wir nennen das den “Handabdruck” vergrößern.

Das Seminar wird vom Wandelwerk und Germanwatch gemeinsam gestaltet.